Vanillemangel

Warum wird einer der beliebtesten Geschmacksrichtungen der Welt immer seltener?

Vanille ist eines der beliebtesten Aromen der Welt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil vieler verschiedener Produkte, von Eiscreme, Milchprodukten und Backwaren bis hin zu Parfüm, Körperbutter und Cremes.weltweite Vanilleknappheit

Aber es wird immer schwieriger, es zu finden, und es wird immer teurer. Tatsächlich sind die Preise für Vanille in letzter Zeit so alarmierend gestiegen, dass sie derzeit nach Gewicht mehr wert ist als Silber!

Wir haben den Vanillemangel bereits in einem Blog-Artikel im Dezember 2016 angesprochen.Herausforderungen in der Schokoladen- und Süßwarenindustrie„Seitdem ist das Problem jedoch viel schlimmer geworden.“

Was genau verursacht also den Preisanstieg? Und was können Hersteller tun, die stark auf die beliebte Zutat angewiesen sind?

Faktoren, die zum Anstieg des Vanillepreises beitragen

Das Der Preisanstieg bei Vanille ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Hierzu zählt die weltweit steigende Nachfrage nach dem beliebten Gewürz, die durch große Lebensmittelmarken angeheizt wird, die als Reaktion auf die Vorlieben der Verbraucher auf natürliche Aromen in ihren Produkten umgestiegen sind.

Im Jahr 2015 kündigte Nestlé, einer der weltweit größten Lebensmittel- und Getränkehersteller, an, dass er in den nächsten fünf Jahren nur noch natürliche Zutaten in seinen Produkten verwenden werde. Im Anschluss an diese Ankündigung kündigten andere Lebensmittelunternehmen wie Hershey's ähnliche Pläne an.

Deshalb ist die Nachfrage nach Vanille sprunghaft angestiegen und die Preise folgen demselben Muster – unter anderem, weil der Anbau von Vanillepflanzen äußerst schwierig ist und sie zwei bis vier Jahre brauchen, um auszureifen. Deshalb gibt es nicht genügend natürliche Vorräte.

Dies hat zu enormem Druck auf die Produktion in Madagaskar geführt, einer Insel im Indischen Ozean vor der Küste Ostafrikas, wo der Großteil der weltweiten natürlichen Vanille (zwischen 80 und 85 %) angebaut wird.

Vanille – eine schwierige Ernte

Wie bereits erwähnt, hat sich der Mangel noch dadurch verschärft, dass Vanille bekanntermaßen schwer anzubauen ist. Die Blüten brauchen nicht nur Jahre, um zu reifen, sondern blühen auch nur an einem Tag im Jahr, sodass die Bestäubung manuell erfolgen muss, um die Ernte zu maximieren. Vanillemangel

Anschließend müssen die Bohnen bei voller Reife von Hand gepflückt werden, um ihren Vanillingehalt zu optimieren. Normalerweise dauert die Ernte von Mai im Norden Madagaskars bis August in der Mitte der Insel, nach der Monsunzeit und saisonalen Ereignissen wie den Zyklonen. Dann findet der Trocknungsprozess statt, der viele Wochen dauert, bis die Bohnen eine tiefe, dunkle Braunfärbung angenommen haben.

Der nächste Schritt ist die Konditionierungsphase, in der die Vanilleschoten gelagert werden. Dies ist wichtig, damit sich ihre Aromen entwickeln und sie ihr aromatisches Gewürz entwickeln können. Schätzungsweise 600 handbestäubte Blüten ergeben etwa 6 Kilo grüne Bohnen. Dies entspricht einem Kilo getrockneten Bohnen.

Madagaskar – Das Szenario

Es hilft nicht gerade, dass der größte Vanilleproduzent unter einer Reihe extremer Wetterereignisse sowie politischen Unruhen und Aufständen zu leiden hat. Dies hat zu einem Rückgang der Vanilleproduktion geführt und die Preise in die Höhe getrieben.

Bisher exportierte Madagaskar 12,000 Tonnen pro Jahr und lieferte zwischen 80 und 85 % der weltweiten natürlichen Vanille. Weitere Produzenten sind Papua-Neuguinea, Indonesien, Uganda und Indien.

Vor etwa einem Jahr vernichteten extreme Wetterbedingungen jedoch große Teile der Ernte, was den Mangel noch weiter verschärfte. Infolgedessen stieg der Preis für die Vanilleschote von einem normalen Preis von 600-100 US-Dollar pro kg auf etwa 150 US-Dollar pro kg.

Um die Lage noch schlimmer zu machen, hat der Preisanstieg die Gewalt mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität angeheizt. Diese Gruppen sind dafür bekannt, dass sie gezielt Landwirte ins Visier nehmen.

Was können Hersteller tun?

Aufgrund der Preiserhöhung waren die Hersteller gezwungen, auf Alternativen zurückzugreifen, da sie sich Vanille zu den aktuellen Preisen einfach nicht leisten können. Die Situation ist so schlimm geworden, dass einige Hersteller Vanille sogar von ihrem Angebot genommen haben.

Die Hersteller stehen vor einem echten Dilemma und viele sind gezwungen, künstliche Vanille zu verwenden. Diese macht derzeit rund 95 % der Vanillearomen in Lebensmitteln aus.

Künstliche Vanille wird aus der gleichen synthetischen Verbindung Vanillin hergestellt, die natürlicherweise in der Vanilleschote vorkommt. Sie unterscheidet sich jedoch von herkömmlicher Vanille, da sie hauptsächlich aus Erdöl und Holzspänen gewonnen wird. Gleichzeitig kostet sie nur einen Bruchteil des Preises, obwohl ihr vorgeworfen wird, nicht die Komplexität der echten Vanille zu haben.

Zum Unglück der Kritiker sieht es so aus, als ob synthetische Vanille uns erhalten bleiben wird und die traditionelle Vanille möglicherweise zu einer seltenen, exklusiven Delikatesse wird.

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